Termine

  • Sonntag, 27. Januar 2019

    Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

    Sechs Millionen Juden aus Europa sind von Nazi-Deutschland und Helfern in ganz Europa verfolgt, verraten, ausgeliefert und ermordet worden. Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das deutsche Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Bereits im Juli 1944 hatte die Rote Armee das Vernichtungslager Majdanek erreicht – und lediglich 1000 Menschen vorgefunden.
    Die Juden, die in Speyer, Worms und Mainz gelebt hatten und stolz auf ihre jahrhundertealte Tradition zurückblickten, waren, wie andernorts auch, ausgegrenzt, ins Exil gejagt oder deportiert und ermordet worden.
    Die einstigen SchUM-Gemeinden waren 1945 ausgelöscht, neue Gemeinden entstanden später oder beruhten auf einigen wenigen Rückkehrern und Überlebenden aus Displaced-Persons Camps.
    Die Überlebenden der Shoah erkämpften sich ihren Weg zurück ins Leben, wurden mit der totalen Zerstörung der einstigen Lebenswelten konfrontiert, waren in vielen Dörfern und Städten als Rückkehrer nicht willkommen, hatten oftmals keine Angehörigen oder Freunde mehr.
    Für die drei Gemeinden in Speyer, Worms und Mainz wird hier stellvertretend an drei Kinder erinnert:
    Am 12. November 1936 erblickte Eveline Blüm in Speyer das Licht der Welt. Sie wohnte mit ihren Eltern, Viktor und Elise, in Mannheim und wurde von dort am 22. Oktober 1940 in das Internierungslager Gurs deportiert. Bereits am 19. November 1940 starb sie dort. Über ihre Eltern finden sich keine weiteren Spuren.
    In Worms sind in der Judengasse 27 mehrere Stolpersteine eingelassen. Sie erinnern an Hillel Weis und seine Familie. Sein Vater war Martin Weis, geboren 1906, seine Mutter hieß Emilie, sie war eine geborene Keller (*1905). Hillel wurde am 28. November 1939 geboren. Zusammen mit seinen Eltern wurde der Dreijährige am 25. März 1942 über Darmstadt nach Piaski-Lublin deportiert und im Vernichtungslager Belzec ermordet.
    Ellen Berta Marxsohn, am 12. März 1929 in Mainz geboren, lebte mit ihren Eltern in der Kaiserstraße 62. Die Familie floh nach Südfrankreich, wo Vichy-Beamte 1942 die Familie an die Gestapo auslieferten. Nach einer Internierung in Les Milles kamen sie am 3. September im Sammellager Drancy an. Von dort wurden die Marxsohns am 7. September 1942 nach Auschwitz verschleppt. Es befanden sich 1000 Menschen in dem Zug, vor allem Juden ohne französische Staatsangehörigkeit. 100 von ihnen waren Kinder. Es gab nur 34 Überlebende aus diesem Zug. Ellen Berta überlebte nicht.

    Informationen zu den Ermordeten finden sich u.a. unter:
    https://speyermemo.hypotheses.org/files/2014/06/Liste_Juden.pdf
    http://www.wormserjuden.de/
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Worms
    https://www.mainz.de/medien/internet/downloads/Liste_verlegte_Stolpersteine_Verlegedatum.pdf
    Geschichten der Menschen sind zu rekonstruieren über Akten aus den Stadtarchiven, den Dokumenten aus dem International Tracing Service, Yad Vashems und des United States Holocaust Memorial Museums.

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    • Memorial Candle
  • Chanukka 2018/5779

    Hier erhalten Sie als Download unseren Gruß zu Chanukka und den anstehenden Feiertagen.
    Here you get as a Download our Hanukkah Greetings and regards for the Holiday Season.

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  • November 1938 - November 2018

    Erinnerung an den Novemberpogrom 1938

    In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 standen mehr als 1.400 Synagogen im »Deutschen Reich« in Flammen. Unzählige Geschäfte und Betriebe jüdischer Inhaber wurden zerstört und geplündert, offiziell 91 Juden ermordet. Verhaftungen erfolgten – etwa 30.000 männliche Juden mussten den Weg in Konzentrationslager antreten, u.a. nach Dachau und Buchenwald.
    Der Pogrom schien spontan, doch bereits seit mehreren Monaten war ein solches gezieltes und brutales Vorgehen gegen Juden geplant worden. Zuvor hatte es die erste große Deportation gegeben: Am 28. Oktober 1938 wurden rund 17.000 Juden polnischer Staatsangehörigkeit über Nacht aus Deutschland und Österreich nach Polen ausgewiesen. Anlass für die so genannte »Polenaktion« war ein zwei Tage zuvor verhängtes Aufenthaltsverbot für Juden polnischer Staatsangehörigkeit. Dem war wiederum eine Verordnung des polnischen Innenministeriums vorangegangen, wonach jeder polnische Staatsbürger, der länger als fünf Jahre im Ausland lebte, die Staatsangehörigkeit verlor. Das Ende des antisemitischen politischen Tauziehens: Nazi-Deutschland beschloss die unverzügliche Ausweisung der oft seit Jahrzehnten in Deutschland lebenden polnischen Juden. Die von der Abschiebung völlig überraschten Menschen durften nur zehn Mark pro Person mitnehmen. Wertsachen durften sie nicht einpacken, auch war es nicht möglich, Wohnungen und Betriebe abzuwickeln. Oft wurden ganze Familien abgeschoben, auch wenn nur ein Elternteil aus Polen stammte und die Kinder in Deutschland geboren worden waren. In plombierten Zügen ging es Richtung Polen. Die Mehrheit der Menschen kam nach Zbaszyn, einer polnischen Kleinstadt unmittelbar hinter der damaligen Ostgrenze Deutschlands. Dort wurden sie zum Grenzübertritt nach Polen gezwungen. Deutsche Zöllner und Soldaten mit Gewehr im Anschlag prügelten sie notfalls hinüber. Eine Gruppe von ca. 6.000 Juden wurde nach Bytom verschleppt. Unter den aus Mainz ausgewiesenen polnischen Juden befanden sich neun Kinder zwischen elf und vier Jahren. Von den 37 aus Worms nach Polen deportierten Juden überlebte niemand.
    Die Vorbereitungen zum Pogrom bildeten den Höhepunkt der Eskalation der anti-jüdischen Politik des nationalsozialistischen Regimes im Jahr 1938. Das Attentat auf Ernst vom Rath, einen Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Paris, war nur ein Vorwand für den Pogrom gewesen. Der Attentäter, Herschel Gryszpan, hatte von seinen Eltern von den Zuständen in Zbaszyn erfahren, die ebenfalls aus Deutschland abgeschoben worden waren.
    In München, Nürnberg und Dortmund waren bereits im Juni bzw. August und September 1938 Synagogen gesprengt und zerstört worden. Was neu und charakteristisch für die Reichspogromnacht war, war die Systematik, mit der die Synagogen im gesamten Reichsgebiet in Brand gesteckt wurden. Oft wurde der Pogrom von öffentlichen Erniedrigungen jüdischer Bürger begleitet. 
    Die zentrale Stellung der Reichspogrome im kollektiven jüdischen Gedächtnis rührt daher, dass sie einen existenziellen Wendepunkt in der Geschichte der Juden in Deutschland sowie in der antisemitischen Politik des Regimes und in der Einstellung der deutschen Gesellschaft gegenüber den Ereignissen darstellten. Die Zerstörung der Synagogen in Städten wie Worms, wo jüdisches religiöses Leben bereits im Mittelalter existiert hatte, signalisierte das Ende der jüdischen Präsenz im deutschen Raum. In den Tagen nach dem Pogrom betrieben die Behörden die Schließung jüdischer Organisationen und Publikationsorgane. Der November 1938 war eine Wende von der Politik der Isolation und Ausgrenzung der Juden hin zu Zerstörung, Vertreibung und erzwungener Emigration. All diese Aktionen spielten sich in aller Öffentlichkeit, vor aller Augen ab.

    Veranstaltungen in Speyer, Worms und Mainz
    Speyer: Donnerstag, 8.11.2018: Um 17 Uhr laden die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz, der DGB Stadtverband, die Initiative »Stolpersteine für Speyer«, die Dompfarrei Pax Christi und die Stadt Speyer zur gemeinsamen Gedenkveranstaltung ein. Beginn  der an drei Orten stattfindenden Gedenkens ist in der Synagoge Beth Shalom. 
    Worms: Donnerstag, 8. November 2018, 17 Uhr, Synagoge, Synagogenplatz, 67547 Worms. Mit Oberbürgermeister Michael Kissel, dem Duo Allegri, Schüler_innen des Gauß-Gymnasiums Worms und Rabbiner Aharon Ran Vernikovsky, der das Kaddisch sprechen wird.
    Mainz: 9. November, 12 Uhr, Neue Synagoge, Synagogenplatz, 55118 Mainz.
    Mit Oberbürgermeister Michael Ebling und Anna Kischner, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Mainz. 

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    • Synagoge Speyer 1938
    • Synagoge Mainz 1938

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  • Rosh Hashana 2018/5779

    Rosh Hashana 2018/5779
    Unseren Kollegen, Freunden und Förderern wünschen wir…
    Our colleagues, friends and supporters we wish…
    Schanah towah umetukah – Ein gutes und süßes neues Jahr – A good and sweet year!
    Leschana towa tikatewu – Möget ihr eingeschrieben werden (ins Buch des Lebens) für ein gutes Jahr – May your inscription (in the Book of Life) be complete!

    Rosh HaShana beginnt am 9. September 2018 und endet am 11. September gegen 20:30 Uhr. 
    ​​​​​​​Der höchste jüdische Feiertag, Jom Kippur, beginnt am Abend des 18. September 2018 und endet am Abend des 19. September 2018 gegen 20:15 Uhr. 

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  • Sonntag, 19. August bis Donnerstag, 22. November 2018

    »Jüdische Kulturtage SchUM« 2018 in Mainz, 19. August bis 22. November 2018

    SchUM lebt! Monumente des jüdischen Mittelalters aus den drei SchUM-Städten Speyer, Worms und Mainz sollen UNESCO-Weltkulturerbe werden. In Mainz wird der Friedhof Judensand, insbesondere der 1926 eröffnete Denkmalfriedhof, der Beitrag zum UNESCO-Antrag sein.
    Das jüdische Leben und die Kultur sind lebendig und haben vielfältige Facetten. Die Stadt Mainz lädt gemeinsam mit der Jüdischen Gemeinde Mainz dazu ein, einen Eindruck dieser Vielfalt zu gewinnen. Unter dem Motto »Jüdische Kulturtage in den SchUM-Städten« soll gelernt, gelauscht, getanzt und miteinander gesprochen werden. Die ersten Kulturtage in Mainz im Zeichen von SchUM finden an vielen Orten statt, und die Beiträge sind ebenso vielfältig.
    Die einzelnen Termine entnehmen Sie bitte dem Programmheft, das hier zum Download bereitsteht.

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  • Sonntag, 2. September bis Mittwoch, 31. Oktober 2018

    »Jüdische Kulturtage Worms und SchUM« 2018 in Worms, 2. September bis 31. Oktober 2018

    SchUM : das sind einzigartige Monumente des jüdischen Mittelalters aus den drei SchUM-Städten Speyer, Worms und Mainz. Die Stätten jüdischerGeschichte und lebendiger jüdischer Gegenwart sollen UNESCO-Weltkulturerbe werden. 
    Bereits seit 2005 veranstaltet die Stadt Worms jüdische Kulturtage. Vorträge, Ausstellungen und Konzerte, Theater und Kleinkunst sind hierbei Ausdruck der Vielfalt jüdischen Kulturschaffens. Worms bietet auch 2018 Highlights: eine Ausstellung in der Synagoge Worms befasst sich mit den jüdischen Flüchtlingen aus arabischen Staaten, die nach Israel kamen und sich dort ein neues Leben aufbauen mussten. In Vorträgen wird der Antisemitismus beleuchtet - ein leider wieder einmal hjoch aktuelles Thema. Und zu SchUM gibt es u.a. eine Buchvorstellung mit Prof. Grözinger, der die Legenden aus SchUM zusammengettragen hat, die im Worms-Verlag erscheinen. 
    Die einzelnen Termine entnehmen Sie bitte dem Programmheft, das hier zum Download bereitsteht.

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  • Sonntag, 2. September 2018

    Der Europäische Tag der jüdischen Kultur 2018

    Der Europäische Tag der jüdischen Kultur wird seit 1999 jährlich am 1. Sonntag im September begangen. Der Tag wird in rund 30 europäischen Ländern von jüdischen und nichtjüdischen Organisationen gemeinsam veranstaltet. Er dient dazu, das europäische Judentum, seine Geschichte, Traditionen und Bräuche in Vergangenheit und Gegenwart zu vermitteln. Dazu werden auf lokaler und regionaler Ebene u.a. Führungen, Konzerte, Ausstellungen, Vorträge zu einem jährlich wechselnden Motto organisiert. Das Motto 2018: Story telling. In SchUM gibt es dazu eine Buchvorstellung und Lesungen zu jüdischen Legenden aus SchUM - was könnte besser passen!
    2. September 2018: Worms, Synagoge, 11.00 Uhr
    2. September 2018: Mainz, Neue Synagoge, 18.00 Uhr

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  • Mittwoch, 19. September 2018 in Worms

    Vortrag von Dr. Marzena Kessler zur Baugeschichte des Raschi-Hauses

    Vortrag von Dr. Marzena Kessler: »Gemeindehaus, Lehrhaus, Tanzhaus, Hospital: Zur verborgenen Baugeschichte des Raschi-Hauses«. Das heutige Gebäude, in dem sich das Jüdische Museum Worms befindet, ruht auf historischen Fundamenten, deren Entstehung in das Mittelalter zurückreicht. Hier befand sich im Laufe der Zeit das Gemeindehaus, sowie ein Tanzhaus, ein Lehrhaus, ein Krankenhaus und schließlich ein Altersheim – die Funktionen wechselten, das Gebäude blieb aber weiterhin bis in das 20. Jahrhundert ein Zentrum des jüdischen Lebens. Im Vortrag wird die in jüngster Zeit erstmals näher erforschte Baugeschichte des Hauses und der Wandel seiner Nutzungen anhand der erhaltenen Überlieferungen im Stadtarchiv durch Dr. Marzena Kessler vorgestellt. Sie hat in den vergangenen Monaten die einschlägigen schriftlichen Quellen seit dem 16. Jahrhundert, Fotografien und auch die baulichen Befunde eingehend analysiert und gibt erstmals einen fundierten Überblick über die wechselvolle und doch von Kontinuität geprägte Geschichte dieses sehr besonderen Gebäudes. 
    Jüdisches Museum/Stadtarchiv im Raschi-Haus,
    Hintere Judengasse 6, 67547 Worms 
    Mi. 19.9.2018, 18.30 Uhr, Eintritt frei 

    Der höchste jüdische Feiertag, Jom Kippur, beginnt am Abend des 18. September 2018 und endet am Abend des 19. September 2018 gegen 20:15 Uhr. 

  • Sonntag, 21. Oktober 2018 in Deidesheim, 11.00 Uhr

    »Judentum, Wein und SchUM«, ein Vortrag in der ehemaligen Synagoge Deidesheim

    Bebilderter, mit vielen Zitaten aus der hebräischen Bibel und Literatur von Heine bis Tucholsky angereicherter Vortrag von Dr. Susanne Urban (Geschäftsführerin SchUM-Städte e.V.). In der Präsentation geht es um die Verbindung von Judentum und Wein - und SchUM.
    Eine Veranstaltung der ehemaligen Synagoge Deidesheim e.V. in Kooperation mit der Landeszentrale für Politische Bildung Rheinland-Pfalz. Eintritt frei. 

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  • Samstag, 27. und Sonntag, 28. Oktober 2018 in Bingen

    Studientage zur jüdischen Geschichte in Bingen

    Anlässlich des 20jährigen Bestehens des Arbeitskreises Jüdisches Bingen bietet ein Studientag im Museum am Strom Gelegenheit, neuere Forschungsergebnisse zur Geschichte der Juden am Mittelrhein kennenzulernen. Der Fokus wird dabei auf das Mittelalter gerichtet – auf jene Epochen also, in der die SchUM-Gemeinden Mainz, Worms und Speyer von derart herausragender Bedeutung waren, dass ihre Monumente als UNESCO-Welterbe der Menschheit beworben werden. Gleichsam im Schatten dieser jüdischen Metropolen gab es damals jedoch auch im gesamten Mittelrheintal zahlreiche Orte, in denen das Zusammenleben von Juden und Christen von großer Bedeutung war. Diesen Kleinstädten und ihren oft vergessenen jüdischen Traditionen widmet sich die Tagung. 
    Veranstalter: Stadt Bingen/Kulturamt in Kooperation mit dem Arbeitskreis Jüdisches Bingen und dem AMIGJ an der Universität Trier.
    Eintritt frei

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