Glossar

Aschkenas
(aschkenasisch, Aschkenasen) aus dem Mittelalter stammende rabbinische Bezeichnung für Mitteleuropa und Deutschland und die dort lebenden Juden.
Chewra Kadischa
„Heilige Vereinigung“, Beerdigungsbruderschaft, die sich um Totenwaschungen und die Beerdigungen kümmert.
Disapora
Bezeichnung für die „Zerstreuung“ der Juden in der Welt. Auch unter den Begriffen Exil bzw. Galut bekannt. Mit dem Exil 597 v.d.Z. begann die Diaspora.
Ghetto
Stadtviertel oder Straße, Juden als Wohnviertel zugewiesen. Die mittelalterlichen Ghettos waren trotz der zwangsweisen Umsiedlung der Juden in ein abgegrenztes Wohngebiet gänzlich anderer Natur als jene, die von der deutschen Besatzung nach 1939 z.B. in Polen, Tschechien und den baltischen Staaten eingerichtet wurden.
Halacha
System der religionsgesetzlichen Bestimmungen, der Gebote und Verbote, die in der schriftlichen und mündlichen Thora enthalten sind. Sie bestimmen Lebensinhalt und Lebensführung im orthodoxen Judentum.
Jiddisch
Sprache mit hebräischen und slawischen Elementen, die während des Hochmittelalters aus dem Mittelhochdeutschen hervorging. Gesprochen wurde sie nach der Emanzipation im 19. Jahrhundert kaum noch in Deutschland, sondern v.a. in Mittel- und Osteuropa.
Kehilla
Gemeinde. Speyer, Worms und Mainz waren zusammen die Kehillot SchUM.
Machzor
(=Zyklus): Buch, das alle wiederkehrenden Gebete für die hohen Feiertage enthält.
Mikwe
Plural: Mikwaot: Tauchbad, jüdische Ritualbäder.
Pijjut
(Liturgisches) Gedicht, das im Gottesdienst rezitiert oder nach einer Melodie gesungen wird.
Pogrom
Aus dem Russischen entlehnt, bezeichnet eine Verwüstung und Zerstörung. Pogrome gab es gegen Juden bereits im Mittelalter, bekannt ist auch der Pogrom vom November 1938. Damals wurden auch die Synagogen in den ehemaligen SchUM-Städten in Brand gesetzt. Die einzige erhaltene mittelalterliche Synagoge, jene in Worms, wurde zerstört.
Responsen
Sche‘elot uteschuwot / Fragen und Antworten: Bezeichnung für die an rabbinische Autoritäten gerichteten Anfragen und deren Antworten.
Sefarad
sefardisch, Sefarden: Juden aus Spanien und Portugal, die sich nach der Vertreibung 1492 und 1513 u.a. in den Niederlanden, Griechenland, der Türkei, Nordafrika und in Hamburg niederließen.
Shoah
Bezeichnung für den Mord an rund sechs Millionen Juden Europas zwischen 1933 und 1945.
Talmud
Belehrung, Studium. Die Schrift besteht aus zwei Werken, der Mischna und der Gemara. Es existieren der babylonische und der Jerusalemer Talmud. Darin enthalten sind Auslegungen, wie die Regeln der Thora in der Praxis und im Alltag von verschiedenen Gelehrten – auch von Raschi - verstanden und ausgelegt wurden
Thora
Lehre, Gesetz. Bezeichnung für den ersten und wichtigsten Hauptteil der hebräischen Bibel, die fünf Bücher Mose (Pentateuch)