SchUM-Stätten Speyer, Worms, Mainz – Jüdisches Erbe für die Welt

Wussten Sie, dass…

SchUM
שו"ם

ein Akronym aus den Anfangsbuchstaben der mittelalterlichen, auf Latein zurückgehenden hebräischen Städtenamen ist?

  • Schin (Sch) = SchPIRA = Speyer
  • Waw (U) = Warmaisa = Worms
  • Mem (M) = Magenza = Mainz

SchUM: mehr als eine Abkürzung und schon gar nicht eine beliebige Zusammenziehung dreier Stadtnamen. SchUM ist ein Begriff – am Rhein und in der Welt. SchUM war die Wiege des aschkenasischen Judentums.

Entdecken Sie die Kehillot SchUM und den Welterbeantrag

Die jüdischen Gemeinden in den mittelrheinischen Städten Speyer, Worms und Mainz formierten im Mittelalter einen Verbund, der die Architektur, Kultur, Religion und Rechtsprechung der mittel- und osteuropäischen jüdischen Diaspora zutiefst und bis heute prägte. Monumente – Synagogen, Frauenschuln, Lehrhäuser, Ritualbäder - und die einzigartigen Friedhöfe in Worms und Mainz belegen gemeinsam mit der religiösen Überlieferung die immense Bedeutung und Innovationskraft der SchUM-Gemeinden.
Hier finden Sie den Antrag an die UNESCO in englischer Sprache: Antragsdossier

Imagefilme zu den SchUM-Stätten

»I do not have to explain it to you, but in Ashkenazi Jewish history the Rheinland is the cradle of European Jewry. To be around in the ShUM cities is connecting to the earliest traditions of the pioneer Jews who entered Europe through Rome and Italy. It connects us physically to the Chasdei and Chachamim Ashkenaz, who shaped (world) Judaism so prominently.«
(Dannie Klompsma)

Sie sehen im Folgenden unseren Teaser sowie die 3-minütige Version. Die Langversion in deutsch finden Sie hier: https://www.youtube.com/watch?v=udwn_OV4MJw und eine englisch untertitelte Fassung unter: https://www.youtube.com/watch?v=67F9Y18dgEo

Weitere Filme zu SchUM

Die Synagoge in Worms - das "kleine Heiligtum". Ein Film des SchUM-Städte e.V.

Film ab! Sie für SchUM - Tag der europäisch-jüdischen Kultur, September 2019

Die Deutsche Welle zu Besuch in SchUM, 2020

Future for Religious Heritage in Europe, Krakau 2018

Die Neue Synagoge in Mainz

SWR-Feature vom 18.2.2020 zu SchUM

Mitglied werden im SchUM-Städte e.V.

Die SchUM-Stätten: Über eine fördernde Mitgliedschaft können die Erarbeitung pädagogischer und musealer Angebote, Filmvorführungen, Publikationen und weitere Veranstaltungen unterstützt werden. Fördernde Mitglieder werden über Strategien und Konzepte im Rahmen der UNESCO-Bewerbung informiert und zu Mitgliederversammlungen eingeladen.

Stimmen für SchUM: Engagement und Empathie

»Unsere Mitgliederwerbung trägt Früchte. Die Personen und Persönlichkeiten, die sich im SchUM-Städte e.V. engagieren, eint, dass sie erleben möchten, wie aus dem jüdischen Erbe am Rhein UNESCO-Welterbe wird.«
(Oberbürgermeister Michael Kissel, Vorsitzender des SchUM-Städte e.V. bis Juli 2019)

»Wenn man wie ich in Worms aufgewachsen ist, mit Blick auf Dom und Jüdischen Friedhof, und sich als Kind auch zwischen diesen beiden Polen aufgehalten und gespielt hat, kann man gar nicht anders als eine Beziehung zu dieser christlich-jüdischen Vergangenheit zu entwickeln. Immer wieder betrachtete ich als Kind staunend die kleinen Steine auf den verwitterten, schief und krumm aus der Erde stakenden Grabsteine im Jüdischen Friedhof und versuchte mir vorzustellen, wie Worms wohl vor tausend Jahren aussah, als dieser Friedhof - der älteste erhaltene in Europa - und der romanische Dom entstanden. Nun lebe ich schon seit fast 20 Jahren wieder in einer Stadt mit christlich-jüdischer Vergangenheit, in Mainz, der zweiten der drei SchUM-Städte. Grund genug für mich, dazu beizutragen, dass dieses besondere Erbe bewahrt, gepflegt und mit Leben erfüllt wird.«
(Petra Gerster, Redakteurin des ZDF)

»Man fühlt in den SchUM-Städten noch stets den rabbinischen genius loci. Ein Ausflug dorthin gibt mir immer Inspiration. Es ist mir darum ein Anliegen, mit meiner Mitgliedschaft das Erbe der SchUM-Städte zu fördern.«
(Rabbinerin Dr. Elisa Klapheck, Frankfurt am Main)

»In bald 1000 Jahren jüdischer Geschichte sind in den Städten Speyer, Worms und Mainz Monumente entstanden, die auch heute noch von der Bedeutung des jüdischen Lebens über die Grenzen unserer Region hinaus berichten. Um dieses Andenken zu bewahren, unterstützen wir den Verein SchUM-Städte Speyer, Worms, Mainz e.V. bei der Bewerbung dieses bedeutenden Kulturguts um den Titel UNESCO-Welterbe.«
(Thorsten Mühl, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mainz)

»Viele Jahrhunderte lang bildeten die jüdischen Gemeinden der Rheinstädte Speyer, Worms und Mainz eine eng verzahnte Einheit. Bedeutende Gelehrte entwickelten hier theologische, philosophische und politische Gedanken, die von den Gemeinden in Beschlüsse umgesetzt wurden. Die prägende geistige Kraft von SchUM für das Judentum kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Trotz der Zerstörungen durch die Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945 sind in Speyer, Worms und Mainz noch immer bedeutsame sichtbare Zeugen der jüdischen Geschichte erhalten geblieben: Synagogen, Ritualbäder und die Friedhöfe. Damit diese Schätze in ihrem Wert erkannt und auch in der Zukunft gepflegt werden, ist ihre Aufnahme in das Weltkulturerbe so wichtig. Nur so können sie den sicht- und greifbaren Hintergrund bilden zu dem literarischen Erbe in Liturgie, Dichtung und Lebensordnung aus SchUM.«
(Prof. Dr. Dr. Otto Böcher, Worms, verstorben 02 2020)

Aktuelles

  • Architekturwettbewerb

    Wettbewerb Besucherpavillon Judensand, Mainz

    Im Rahmen der Antragstellung des Landes Rheinland-Pfalz auf Anerklennung der SchUM-Stätten Speyer, Worms und Mainz hat die Landeshauptstadt, die mit der Komponente des alten jüdischen Friedhofs »auf dem Judensand« dabei ist, einen Planungswettbewerb ausgelobt. Der Judensand birgt nahezu 1800 historische Grabsteine. Darunter sind mehr als 180 Grabsteine aus der Zeit der Blüte der SchUM-Gemeinden vom 11. bis zum 13. Jahrhundert, platziert auf dem Denkmalfriedhof. Um eine neue Einfriedung, einen Besucherpavillon und gleichzeitig den Erhalt dieses einzigartigen Friedhofs dauerhaft zu gewährleisten, hat die Landeshauptstadt Mainz unter Federführung des Grün- und Umweltamts einen nichtöffentlichen Planungswettbewerb ausgelobt, der während der Preisgerichtssitzung am 10. September 2020 drei Preise gekürt hat. Wichtig bei allen zukünftigen Plänen ist der deutliche Hinweis auf einen sensiblen, denkmalgerechten, halachischen udn welterbeverträglichen Umgang mit dem Friedhof. Die Auslobung wurde von den Fachämtern der Landeshauptstadt Mainz in enger Abstimmung mit den Landesbehörden für Archäologie und Denkmalschutz, dem SchUM-Verein und der Jüdischen Gemeinde Mainz erarbeitet. Den ersten Preis erhielt das Büro Sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten GmbH mit Holzer Kobler Architekten GmbH, Berlin. Hier wurde die komplexe Aufgabenstellung gekonnt umgesetzt und zeigt einen sensiblen Umgang mit dem nominierten Welterbe. Den zweiten Preis erhielt das Büro Ferdinand Heide Architekt Planungsgesellschaft mbH mit Bittkau Bartfelder Partner GmbH, Frankfurt. Mit dem dritten Preis wurde Koeber Landschaftsarchitektur GmbH gemeinsam mit VON M GmbH, Stuttgart ausgezeichnet.
    Zu den Preisträgerentwürfen

    Bilder

    • Friedhof Judensand, Mainz